08.01.2015

Multiples Myelom – Aktuelle Aspekte zur Erstlinientherapie und neue Therapieoptionen beim Rezidiv

Erstlinientherapie für transplantationsgeeignete Patienten

Abhängig von den lokalen "Vorlieben" werden bei transplantationsgeeigneten Myelompatienten weltweit unterschiedliche Induktionstherapien eingesetzt. In einer italienischen Studie konnte jetzt bei 472 Patienten ein Vorteil einer Kombination aus VTD (Bortezomib, Thalidomid, Dexamethason) gegenüber VCD (Bortezomib, Cyclophosphamid, Dexamethason) gezeigt werden [1]. Nicht nur die Gesamtansprechrate (> PR 93 % versus 84 %, ,003) war bei der VTD-Gruppe besser, sondern auch die Rate an kompletten Remissionen (19 % versus 7 %, p < 0,001). Einziger Wermutstropfen ist – wie zu erwarten – die signifikant höhere Rate an Polyneuropathien (PNP) ≥ Grad 3 bei einer Behandlung mit VTD (7 % versus 2 %, ,004). Allerdings führte die PNP lediglich bei insgesamt 3 Patienten (1 Patient unter VCD, 2 Patienten unter VTD) zum Therapieabbruch.

In einer anderen Arbeit, präsentiert von Francesca Gay, wurden die Überlebensdaten aus 2 Phase-III-Studien vorgestellt [2]: In beiden Studien wurden neu diagnostizierte Patienten < 65 Jahre mit einer Induktionstherapie mit Lenalidomid und Dexamethason in der Erstlinie behandelt. Die Randomisierung erfolgte jeweils in einen Studienarm mit einer Tandem-Hochdosischemotherapie mit Melphalan 200 mg/m2 gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) oder einen Arm mit einer konventionellen Chemotherapie (6 Zyklen Melphalan und Prednison oder Cyclophosphamid und Dexamethason) jeweils in Kombination mit Lenalidomid. Insgesamt wurden 268 Patienten mit einer Tandem-Hochdosischemotherapie und 261 Patienten mit einer Chemotherapie in Kombination mit Lenalidomid behandelt. In der gesamten Gruppe verlängerte die Hochdosischemotherapie im Vergleich zur Chemotherapie das progressionsfreie Überleben (42 versus 24 Monate, p > 0,001) und das 4-Jahres-Gesamtüberleben (83 % versus 68 %, ,012). Interessanterweise profitierten in der Subgruppenanalyse vor allem die Patienten mit einem günstigen Risikoprofil wie

Den vollständigen Artikel von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Hillengaß, Universitätsklinikum Heidelberg lesen Sie unter:

www.hematooncology.com

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