07.07.2017

International Conference on Malignant Lymphoma 2017 in Lugano – klinisch Relevantes

Inzwischen findet die International Conference on Malignant Lymphoma, eine anerkannte Schwerpunktkonferenz zu malignen Lymphomen, alle zwei Jahre in Lugano in der Schweiz statt. Bei der diesmaligen 14. Auflage wurden neue und aktualisierte Ergebnisse zu klinischen Studienprojekten vorgestellt und vielfach diskutiert. Einige Highlights der Veranstaltung, vor allem mit Bezug zum klinischen Alltag, finden Sie hier kompakt nach Entitäten zusammengefasst.

Die meisten Daten werden heutzutage in zunehmend spezifischeren Subgruppen generiert. Gelegentlich finden sich aber auch noch interessante allgemeine Aspekte. Eine Analyse von Plasmaproben von über 2.000 Patienten (und über 1.500 Kontrollproben) konnte eine bisher vermutete Assoziation zwischen dem Vorliegen einer GB-Virusinfektion und dem Auftreten der meisten Lymphomentitäten unterstützen, mit Ausnahme des Morbus Hodgkin und der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) [1]. Das Einzelstrang-RNA-Virus gehört zur Gruppe der Flaviviren und ist verwandt mit dem Hepatitis-C-Virus. Interessant wird sein, ob sich diese Ergebnisse in anderen Serien bestätigen lassen und ob sich daraus eine prognostische, potentiell präventive oder therapeutische Konsequenz ergeben wird.

Diffuses großzelliges Lymphom

Die Prognose von Patienten mit diffusem großzelligem Lymphom (DLBCL) hat sich in den letzten beiden Dekaden deutlich verbessert.So zeigte beispielsweise eine schwedische Registeruntersuchung eine deutliche Abnahme der durch die Erkrankung verlorenen Lebensjahre seit der Jahrtausendwende [2]. Während also allgemein die Prognose der Patienten verbessert erscheint, bleibt die Situation für Patienten mit fehlendem Ansprechen auf eine Primärtherapie weiterhin schlecht. Diese Patienten frühzeitig zu identifizieren und gegebenenfalls besser und spezifischer zu behandeln, ist daher von großem Interesse. Das Konzept der "cell of origin" (COO) ist ein seit Jahren üblicher Ansatz für eine molekulare Klassifikation, allerdings weiterhin mit erheblichen Limitationen. Dlouhy et al. präsentierten Daten, die aus einer Analyse der TP53/CDKN2A- und NOTCH-Signalwege eine bessere Vorhersage ermöglichen sollen. Allerdings müssen diese Ergebnisse noch prospektiv validiert werden [3].

Den vollständigen Artikel von Prof. Dr. med. Georg Heß, Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz lesen Sie unter:

hematooncology.com

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